Checkliste

Handwerker finden: die Checkliste

Aktualisiert: August 2026 · 6 Min. Lesezeit

Von der Suche über das Angebot bis zur Abnahme: worauf du achten musst, bevor und nachdem du unterschreibst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Immer 3 schriftliche Angebote — nie das erste unterschreiben
  • Handwerksrolle prüfen — nur eingetragene Betriebe dürfen ausführen
  • Festpreis vor Stundenlohn — schützt vor Kostenexplosion
  • Bei Abnahme: schriftliches Protokoll — mit Mängeln, Fristen, Unterschrift

Phase 1: Vor der Suche — Auftrag klar formulieren

Je genauer du weißt, was du willst, desto vergleichbarer sind die Angebote. Bevor du überhaupt anrufst, halte fest:

Phase 2: Handwerker vorauswählen

Bevor du irgendjemanden anrufst, filtere auf seriöse Betriebe. Drei harte Kriterien:

Phase 3: Angebote einholen (mindestens drei!)

Ein einzelnes Angebot sagt dir nichts. Erst der Vergleich zeigt, ob Preis und Umfang stimmen. Worauf du beim Vergleichen achten musst:

Warnzeichen — hier lieber weitersuchen

  • Nur Barzahlung, keine Rechnung

    Verstoß gegen Steuer- und Gewerberecht — und du hast bei Mängeln keinerlei Handhabe.

  • Anzahlung über 30 % vor Arbeitsbeginn

    Bei Neubetrieben oder größeren Materialbestellungen sind Anzahlungen üblich — aber niemals mehr als 30 %, und nur gegen Rechnung.

  • „Heute-noch-Aktion" / Druck

    Seriöse Betriebe drängen nicht. Wer heute unbedingt unterschrieben haben will, hat morgen kein Interesse mehr an dir.

  • Angebot deutlich unter Wettbewerb

    30 % billiger als die anderen zwei? Wahrscheinlich fehlt eine wesentliche Leistung im Angebot — oder es wird billig gepfuscht.

  • Klingelte gerade unangekündigt an der Tür

    Klassiker bei Dach-„Sturmschäden" und Asphalt-Restposten. Seriöse Handwerker kommen nach Termin, nicht spontan.

Phase 4: Vor Auftragserteilung

Phase 5: Bei der Abnahme

Die Abnahme ist der wichtigste Termin — hier startet die Gewährleistungsfrist, und ab hier ist die Schlussrate fällig. Was du dabei tun musst:

Häufige Fragen

Wie lange darf ein Handwerker mit dem Beginn warten?
Ist im Vertrag ein Termin vereinbart, gilt der. Ohne Termin gilt „angemessene Frist" — bei kleineren Arbeiten meist 2 – 4 Wochen. Bei Verzug schriftlich mit Nachfrist mahnen (14 Tage), danach kann Schadensersatz gefordert werden.
Muss ich einen Kostenvoranschlag bezahlen?
Nein — im Zweifel ist er kostenlos (§ 632 BGB). Kosten dürfen nur berechnet werden, wenn das vorher ausdrücklich vereinbart wurde. Anfahrtspauschalen (30 – 80 €) sind üblich und legitim, wenn vorher genannt.
Darf die Rechnung höher sein als das Angebot?
Ein Festpreis ist bindend — Mehrkosten nur bei schriftlichem Nachtrag. Ein Kostenvoranschlag darf bis ca. 15 – 20 % überschritten werden; darüber muss der Handwerker dich vorher informieren.
Wie erkenne ich einen Schwarzarbeiter?
Warnzeichen: keine Rechnung, nur Bargeld, keine USt-Ausweisung, kein Firmensitz, keine Eintragung in der Handwerksrolle. Ohne Rechnung: keine Gewährleistung, keine Steuerersparnis, und du machst dich mitschuldig (Ordnungswidrigkeit).
Kann ich Handwerkerkosten steuerlich absetzen?
Ja — 20 % der Arbeitskosten (nicht Material!), max. 1.200 € pro Jahr (§ 35a EStG). Voraussetzung: Rechnung mit ausgewiesenen Arbeitskosten und Überweisung (keine Barzahlung).

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